Konzentriert bleiben

Wie bleibt man konzentriert? Kaum eine Frage ist heute wichtiger als diese. Denn immer weniger Menschen können den Luxus genießen, sich für irgend etwas Zeit zu nehmen. Auch in unserer Freizeit stehen wir vor Entscheidungen wie diesen: Soll ich mich mit dem neuesten Roman beschäftigen, dem Fußballspiel am Wochenende oder mit der Hochzeit der besten Freundin. Was ist mir wirklich wichtig, wenn ich nur begrenzt über Zeit und Aufmerksamkeit verfüge und meine Energie nicht wie ein Perpetuum Mobile erneuern kann. Bei der falschen Entscheidung drohen mir Konzentrationsstörungen oder gar ein Burnout.

Wie bleibt man konzentriert?

"Die meiste Zeit geht dadurch verloren, dass man nicht zu Ende denkt." (Alfred Herrhausen)

Konzentration ist die Fähigkeit, seine Aufmerksamkeit für eine gewisse Zeit auf einen Fokus zu richten. Fehler bei der Arbeit entstehen dann, wenn man mit seinen Gedanken abschweift oder bei der Bearbeitung von Aufgaben unterbrochen wird. Unser Gehirn braucht eine gewisse Anlaufzeit, um sich komplett konzentrieren zu können. Anfangs sind wir noch für Ablenkungen empfänglich, und je mehr wir gestört werden, desto länger muss sich das Gehirn "aufwärmen". Hinzu kommt, dass sich das Gehirn nach einer Unterbrechung nicht sofort wieder auf eine Aufgabe konzentrieren kann, da es mit noch anderen Reizen beschäftigt ist. Indem man konzentriert bleibt, kann man Ziele schneller und effektiver erreichen. 

Um diese Fähigkeit zu verbessern, sollten Sie sich zwei Fragen stellen: 

  1. In welchen Situationen werden Sie regelmäßig unterbrochen?
  2. Wer oder was unterbricht Sie?

Versuchen Sie diese Faktoren zu identifizieren, indem Sie Ihre Arbeitssituationen genau beobachten. Lassen sich regelmäßige Störfaktoren erkennen? Bietet zum Beispiel der Raum, in dem Sie arbeiten, viele Ablenkungen oder eine Atmosphäre, die Sie in Ihrer Konzentration hindert? Werden Sie durch häufige E-Mails oder Anrufe unterbrochen?

Es ist wichtig, dass Sie diese Fragen beantworten und anschließend versuchen, diese Faktoren so weit wie möglich einzuschränken. Natürlich können Sie nicht einfach das Telefon ausschalten oder sich von jeglichen Störungen abschotten. Sie sollten jedoch versuchen, sich klare Arbeitszeiten zu schaffen, in denen Sie sich nur ihrer Aufgabe widmen. Das können zehn Minuten sein, in denen Sie das Lesen Ihrer E-Mails und die Bearbeitung anderer Pflichten vermeiden, und sich ausschließlich auf eine Sache konzentrieren. Schaffen Sie Platz, indem Sie Unwichtiges von Ihrem Arbeitsplatz räumen. Wichtig ist die Fokussierung und Konzentration auf das Wesentliche.

Fokus

Welche Faktoren nehmen Einfluss auf die Konzentration

Besonders gut können sich Menschen konzentrieren, die über ein hohes Maß an Unterscheidungsfähigkeit verfügen sowie die Fähigkeit, die Rangfolge von Wichtigkeiten festzulegen, also Prioritäten zu setzen. Dazu gehört auch die Fähigkeit, "Nein" sagen zu können, um Dinge und Anliegen, die zur Zeit als weniger wichtig eingestuft werden müssen, willentlich auszublenden.

In welchem Zusammenhang stehen Konzentration und Gedächtnis?

Das Gedächtnis funktioniert wie der Arbeitsspeicher eines Computers. Es hält alle Informationen vor, die wir aktuell benötigen. Auch diese Zeilen befinden sich in Ihrem "Arbeitsspeicher", während Sie sie lesen. Von diesem Speicher hängt die Geschwindigkeit ab, mit der Sie Informationen verarbeiten und auch die Fähigkeit zur Auswahl von Entscheidungen. Jedoch verfügt jeder Speicher nur über begrenzte Kapazität, die wir für die Verarbeitung und Sortierung von Informationen brauchen. Um etwas als Störung auszublenden, muss man es zunächst als unwichtig einsortieren. Genau hier liegt der Schlüssel zum konzentriert bleiben.

Zu einem Gedächtnistraining kann daher gehören, willkürlich bestimmte Dinge auszublenden. Wie schwierig es sein kann, an eine bestimmte Sache nicht zu denken, lässt sich in dem berühmten Satz zusammenfassen: "Denken Sie nicht an einen weißen Elefanten!".

Um Unwichtiges automatisch ausblenden zu können. benötigen Sie eine Aufgabe, die Ihr Gehirn auslastet statt es mit Informationen zu überfluten. Je komplizierter die Aufgabe ist, auf die es sich zu konzentrieren gilt, umso leichter dominiert das Nebensächliche nicht mehr Ihre Aufmerksamkeit. Denn diese hängt auch davon ab, dass das Hirn ausgelastet ist. Wird es mit Eindrücken "vollgemüllt", dringt langfristig nichts mehr durch. Es ist vor diesem Hintergrund nicht erstaunlich, dass eine langweilige, einfache Aufgabe fehlerhafter erledigt wird als eine schwierige, die dafür spannend ist. Wer also Schwierigkeiten mit dem konzentriert bleiben hat, sollte sich zunächst überlegen, ob seine Aufgaben ihn auslasten.

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By Mark Hunter ("Focus") [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/), geändert] via flickr.com